Am 08.04.2010 holte Trinity Concerts mit Arrested Development einen echten Leckerbissen in die altehrwürdige Kulturbrauerei. Neben The Roots gibt es wohl keine HipHop Band, die eine solch grandiose Live-Show abfährt. Wir haben für euch mitgefeiert.
Arrested Development entstanden 1989 in den USA und hatten sich zum Ziel gesetzt eine positive afrozentrische Alternative zum damals sehr populären Gangsta Rap zu erschaffen. Die Gruppe trennte sich 1996 und reformierte sich 1999 neu.
Sie besteht aus den Rappern Speech und One Love, sowie aus den Sängerinnen Montsho Eshe, Tasha Larae und den Musikern JJ Boogie, Rasa Don und ZA´. Ältestes Mitglied und Oberhaupt der Gruppe ist Baba Oje´.
So, jetzt aber zum aktuellen Geschehen. Gegen 21 Uhr trafen wir auf dem Gelände der Kulturbrauerei ein und schauten als Erstes am Kesselhaus vorbei. Dort nämlich sollte das Konzert stattfinden. Ein bisschen enttäuscht von der nicht vorhandenen Schlange gab es draußen erst einmal etwas Smalltalk mit bereits erschienenen Fans. Alle hofften, dass es noch etwas voller werden würde.
Das war auch gut so, denn bei guten alten Dauerbrennern wie „Tennessy“, „Everyday People“ oder „Mr. Wendal“, wollte keiner so einfach ruhig stehen bleiben. Wie eingangs erwähnt ist hier der besondere Live-Charakter der Gruppe herauszuheben.
Plattenteller und MPCs suchte man vergeblich. Stattdessen gab es feinst abgestimmt Liveakustik, welche nur noch durch die hervorragende Performance der Protagonisten getoppt wurde. Besonders Augenmerk galt hierbei den beiden Sängerinnen Montsho und Tasha, welche mit ihren gospelsoulartigen Einlagen eine wunderschön dichte Atmosphäre schafften.
Als Publikumsrocker funktionierte Rapper One Love perfekt und die tiefgründigen Texte von Speech gaben der perfekten Inszenierung den Rest.
Natürlich gab es neben den guten alten Hits auch viel Neues vom Album Strong, welchem der Auftritt ja eigentlich gewidmet war. Tracks wie „La La La“ oder „Greener“ standen den alten Erfolgen jedoch in Nichts nach und brachten die Leute genauso zum Kochen.
Insgesamt war der Abend einer der gelungensten im noch sehr jungen Jahr 2010. Einziger Wehrmutstropfen war die Dauer der Veranstaltung. Für die ausgerufenen 26 € an der Abendkasse, hätte das Ganze durchaus etwas länger dauern können. Aber für gute Musik muss man eben auch mal tiefer in die Tasche greifen.
Seit den Roots haben wir niemanden im Rap Geschäft erlebt, der so tiefe Livemusik in solcher Harmonie abfeiert wie die Jungs und Mädels von AD. Falls sie mal in eurer Nähe sind – hin da!!!
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