
am 10.02.12 D’ANGELO im Berliner Tempodrom (Bginn: 20 Uhr, Einlaß: 19 Uhr, VVK: 45 Euro, Tickethotline: 030 780 99 810, www.trinitymusic.de)
D’Angelo is back!
12 Jahre nach seinem Masterpiece „Voodoo“ kommt D’Angelo für eine handvoll ausgesuchter Shows Anfang 2012 nach Europa. Der Mann, der der afroamerikanischen Musik vor mehr als einer Dekade ihre Seele zurückgab, ist nach 10jähriger Liveabstinez endlich wieder da.
Mit gerade mal 21 Jahren veröffentliche D’Angelo anno 1995 sein Debut-Album „Brown Sugar“.
Der Hip Hop durchtränkte Soul seines Erstlings bescherte ihm den direkten US-Durchbruch und
machte D’Angelo zum Hoffnungsträger des damaligen Neo-Soul Movements. 5 Jahre später
erschien mit „Vodoo“ nicht weniger als eines der besten Alben aller Zeiten. Als krassen
Gegenentwurf zu gängigen R&B Banalitäten schuf D’Angelo ein Funkmonster, das in gleichem
Maße Hisorie atmet wie es sich in Richtung Zukunft aufmacht. Eingespielt unter starker Mitwirkung
von The Roots Mastermind Ahmir ?uestlove Thompson und einer Gastmusikerriege der Kategorie
Bestbesetzung (Roy Hargrove. James Poyser, Pino Palladino etc.. ) überführte D’Angelo das Erbe
von Marvin Gay, Curtis Mayfield oder Miles Davis ins neue Jahrtausend.
Die dazugehörige Welttournee schrieb ebenso Geschichte. Hier setzte man die Live-Tradition
legendärer Funkensembles wie Parliament/Funkadelic, James Brown oder Prince fort und lieferte
unfassbar intensive Shows gerne nicht unter 3 Stunden Länge ab.
Mit einer Band zum Niederknien hinter sich, die über weite Strecken der Studio-Besetzung
entsprach, gab D’Angelo den ultimativen Performer. Publikum und Kritik gerieten vollends aus
dem Häuschen. Nicht wenige fühlten sich gar bekehrt, Pressestimmen wie „He’s an R&B Jesus.
And I’m a believer“ waren Tagesordnung.
Anschließend wurde es ruhig. Monate und Jahre gingen ins Land und Lebenszeichen oder gar neue Musik gerieten zunehmend außer Sichtweite. Gerüchte machten die Runde. Von Alkohol, Drogen und Depressionen war die Rede, es tauchten Fotos von einem traurigen, aufgedunsenen Mann auf, die Böses erahnen ließen. Die üblichen Gesetzeskonflikte wegen Marihuanabesitz oder Trunkenheit am Steuer gesellten sich ebenso dazu.
Immer wieder hieß es allerdings auch, D’Angelo sei im Studio und schraube an seinem dritten Album rum. „James River“ solle es heißen und noch unglaublicher werden als „Voodoo“.
Abgesehen von vermeintlichen Demos, die gelegentlich ins Web schwappten, Chinese Democracy Vergleichen sowie einigen selten Kooperationen auf Alben von Q-Tip, J Dilla oder Common passierte jedoch weiterhin nichts.
Vor wenigen Wochen sorgte ?uestlove in einem Interview für überraschende, neue Erkenntnisse. Es hieß das neue Album sei nunmehr zu 97% fertig gestellt und irgendwer müsse es D’Angelo jetzt langsam mal wegnehmen. Vergleiche wie es klinge in etwa nach „Parliament/Funkadelic meets The Beatles“ und gehöre in eine Reihe mit legendären Longplayern wie Sly & The Family Stone’s „There’s A Riot Goin On“ oder Miles Davis’ „On The Corner“ lassen Großes erahnen. Im Rahmen der anstehenden Europa-Shows wird D’Angelo neben seinen Classics erstmalig sein neues Material präsentieren. Wir sind gespannt. D’Angelo is back!